Duales Studium

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Das duale Studium wird immer beliebter bei deutschen Schulabgängern und Studienanwärtern. Hierbei überzeugt die Kombination aus Praxisphase im Unternehmen und den theoretischen Vorlesungen in der Universität, Fachhochschule, Berufsakademie oder dualen Hochschule. So ist die Zahl der Studenten in dualen Studiengängen von 2004 bis 2009 um 50 % gestiegen. Das Angebot an dualen Studiengängen in mittlerweile vielfältig.

Anders als beim zuvor  vorgestellten Vollzeitstudium läuft ein duales Studium zweigeteilt ab. Dabei richtet ihr eure Bewerbung auch nicht direkt an die Universität, Hochschule oder Berufsakademie, sondern ihr müsst euch zunächst ein Unternehmen als euren Arbeitgeber aussuchen, das euren Wünschen entspricht, und euch dann dort auf einen Platz für ein duales Studium bewerben. Bei diesem Unternehmen seid ihr dann festangestellt und arbeitet phasenweise im betrieblichen Alltag mit, durchlauft verschiedene Abteilung und sammelt praktische Erfahrungen. Das Unternehmen meldet euch für den theoretischen Teil des dualen Studiums in der Universität, Hochschule oder Berufsakademie an, in der ihr dann, ebenfalls phasenweise, euren Theorieteil absolviert. Es gilt auch hier Vorlesungen zu besuchen, Projekte und Studienarbeiten zu erledigen und letztendlich Prüfungen zu schreiben.

Vor- und Nachteile im Überblick

+ festes Einkommen

+ Arbeitgeber zahlt Studiengebühren

+ praktische Erfahrung

+ häufig bessere Berufseinstiegschancen

– Bewerbungsverfahren

– Weniger verfügbare Plätze

– Wenig Freizeit

Vorteile des dualen Studiums

Während Vollzeitstudenten in der Regel kein Einkommen haben bzw. nebenher jobben müssen um sich ihr Studium zu finanzieren, verdienen Studenten während des dualen Studiums bei ihrem Arbeitgeber ein festes Gehalt. Dieses variiert natürlich von Unternehmen zu Unternehmen und ist auch branchenabhängig, aber liegt in der Regel zwischen 500 und 1000  netto. Dabei gilt häufig je größer und bekannter das Unternehmen, desto höher das Gehalt. Somit haben duale Studenten im Gegensatz zu ihren Vollzeit-Studienkollegen meist keine Geldnot und können sich ohne Probleme ein klein wenig Luxus gönnen. Auch Studiengebühren sind kein Thema, da sie in der Regel vom Arbeitgeber getragen werden. Auch hier ist also noch mal eine finanzielle Entlastung. Ein weiteres großes Plus des dualen Studiums ist die praktische Erfahrung, die im Betrieb gesammelt wird. Während Vollzeitstudenten nur den theoretischen Teil aus der Uni kennen, können Studenten eines dualen Studiums die gelernte Theorie direkt in der Praxis anwenden, lernen betriebliche Strukturen und Abläufe kennen, entwickeln häufig schneller Softskills wie Teamfähigkeit und Verantwortung, bauen sich bereits ein Netzwerk auf und knüpfen wichtige Kontakte. Dadurch sind die Absolventen dualer Studiengänge häufig auch beliebter bei potentiellen Arbeitgebern als direkte Universitäts-Absolventen, da diese vom praktischen Tuten und Blasen noch keine Ahnung haben, bzw. bestenfalls vielleicht durch ein Praktikum mal reingeschnuppert haben. Viele Absolventen eines dualen Studiums werden im Anschluss auch direkt von ihrem Arbeitgeber übernommen, d. h. die anschließenden Jobchancen sehen oft deutlich besser aus, als Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen.

Nachteile des dualen Studiums

Ein duales Studium hat aber auch seine Nachteile. Wie bereits erwähnt ist das duale Studium mittlerweile sehr beliebt und Unternehmen können aus einer Vielzahl von Bewerbern wählen. D. h. im Bewerbungsverfahren kommt es auf gute Noten, ein überzeugendes Auftreten und ein Fünkchen Glück an, damit man einen der ersehnten Plätze bekommt. Denn anders als Vollzeitstudienplätze gibt es von dualen Studienplätzen eine deutlich geringere Anzahl und in manchen Unternehmen sogar nur eine Stelle auf die sich hunderte Studienanwärter bewerben. Desweiteren genießen Studenten im dualen Studium in der Regel kein klassisches Studentenleben mit Ausschlafen, viel feiern gehen und entspannen. Im Gegenteil, die Theoriephasen sind meist sehr stressig, es ist wenig Zeit zum Lernen. Häufig müssen Projekte, Studienarbeiten oder das Lernen für Prüfungen auch in der Praxisphase erledigt werden, so dass neben der Arbeit im Unternehmen nicht viel Freizeit bleibt.

Während also Vollzeitstudenten häufig ein etwas entspannteres Leben haben, dabei aber häufig Geldsorgen ihren Alltag bestimmen, sind die Studenten im dualen Studium oftmals gestresster, können sich dafür aber mehr leisten und sammeln bereits praktische Erfahrung. Für Studieninteressierte, die sich ein Vollzeitstudium schwer finanzieren können oder nicht auf Geld verzichten wollen und/ oder die bereits während des Studiums praxisorientiert arbeiten wollen, ist ein duales Studium genau das Richtige.

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